Ich muss jetzt mal eine Lanze brechen für Saigon – mir hat vorher jeder, den ich getroffen habe, erzählt, wie schrecklich die Stadt sei und dass man sie sich auch sparen könnte… Ich sehe das allerdings ganz anders und habe mich hier sehr wohl gefühlt. 

 

Menschen und vor allem Motortaxi-Fahrer sind sehr nett, es gibt viele Bäume in den Straßen und Parkanlagen, die immer schön gepflegt werden (hängt aber vielleicht einfach nur mit dem Sozialismus zusammen?!?) und dazu noch eine Uferpromenade. 

 Gerne stehen auch Bonsais herum…

…und manchmal wird auch einfach vor eine Mauer ein bisschen Bambus gepflanzt, damit es freundlicher aussieht. 

Lustige Abfalleimer stehen hier auch überall, insofern ist die Stadt auch sauberer als andere südostasiatische Großstädte: 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Stadt hat meiner Meinung nach eine sehr nette Atmosphäre und in manchen Vierteln eine Art Französisches Flair (es gibt sogar eine Kirche, die „Notre Dame“ heißt), andererseits ist sie auch sehr modern – mit vielen Hochhäusern, Baustellen, aber eben auch historischen Gebäuden. Ich bin für den wohl bisher teuersten Cappuccino meines Lebens (fast 7 Euro) in den 50. Stock des Financial Towers gefahren (die Aufzugfahrt auf die Aussichtsplattform im 48. Stock hätte 8 Euro gekostet, insofern hab ich noch Geld gespart ;-)), um mir die riesige Stadt auch mal von oben anzuschauen und hatte noch dazu ein nettes Gespräch mit einer Australierin. 

 

Danach habe ich mir den Wiedervereinigungspalast angekuckt (für ca 1,20 Euro Eintritt) – man könnte auch sagen, ich habe mich in eine Zeitmaschine gesetzt und bin direkt in den 1960/70er Jahren gelandet – so hat der Präsident von Süd-Vietnam also damals gelebt – wäre nicht der Vietnamkrieg gewesen, hätte man es da bestimmt sehr gut aushalten können mit eigenem Kino, einem Spielzimmer, einer Bar mit Tanzfläche, Hubschrauberlandeplatz und reichlich Schlafzimmern.  Die First Lady hatte sogar einen eigenen Empfangsraum für den Umtrunk mit den Gattinnen der Besucher. 

 

 

Zu guter letzt fand ich die Preise im Vergleich zu Kambodscha und Phu Quoc sehr human (Eintritte, Essen, Übernachtung) – wenn man mal von dem angesprochenen Cappuccino absieht ;-) – eine Kokosnuss von dem netten Mann hat z. B. gerade mal 29 Cent gekostet. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Noch kurz zur Erklärung der beiden Namen der Stadt: Sai Gon ist nur ein Bezirk, nämlich der alte Stadtkern – Ho Chi Minh Stadt bezeichnet das gesamten Einzugsgebiet mit ca 7 Mio Einwohnern. Da ich mich aber hauptsächlich in Sai Gon aufgehalten habe, benutze ich diesen Namen (und er gefällt mir besser und ich verwechsle hier sowieso alle Städte, weil so viele mit H anfangen – Ho Chi Minh, Hoi An, Hue, Hanoi)