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Irgendwann habe ich beim Blick auf die Weltkarte erstaunt festgestellt, dass Japan zum Teil ganz schön nah an Korea liegt und dann hat google mir auch noch verraten, dass es Fähren gibt, die beide Länder verbinden. Da ich immer an Alternativen zum Flugzeug interessiert bin und ich Nachtfahrten sehr praktisch finde, aufgrund der Zeit- und Geldersparnis bin ich zusammen mit sehr wenigen Touristen und dafür sehr vielen Japanern und Koreanern von Shimonoseki nach Busan geschippert. Abends um 19 Uhr ging es los und am nächsten Morgen um 7 Uhr waren wir dort. Die Einreise hat wie immer problemlos geklappt und schon habe ich mich auf den Weg zu meinem Hostel am anderen Ende der Stadt gemacht.

Wer wie ich vorher noch nie etwas von Busan gehört hat, wundert sich vielleicht dass die Stadt 3,5 Millionen Einwohner hat und man mit der U-Bahn jeweils ganz schön lange (etwa 1 Stunde) unterwegs ist.

Man erkennt auch sehr schnell den Unterschied zwischen Japanern und Koreanern…in Japan stellt man sich beispielsweise an den Türen zur U-Bahn an und wartet bis die Leute ausgestiegen sind, bevor man einsteigt. In Korea gilt ein anderes Prinzip – der Schnellste und/oder Stärkste gewinnt!!!

Ich kann dem Land und seinen Einwohnern mit meinen folgenden Aussagen auch unrecht tun, weil ich zu der Zeit selbst nicht gut drauf war (oder kam das von meinen Erfahrungen dort?!? – Henne-Ei-Problem), aber mir kam der Großteil der Einwohner extrem egoistisch vor, überall wird gedrängelt, geschubst und auf der Straße geht keiner auch nur einen Millimeter zur Seite bei Gegenverkehr von anderen Menschen. Darüber hinaus habe ich selten so eitle Menschen erlebt (und das meist völlig zu unrecht), es werden gigabyteweise Selfies geschossen, die kein Mensch braucht (im Bus, am Waschbecken der öffentlichen Toilette usw) und wie von den Eltern verhätschelt und auf Leistung getrimmt viele Kinder werden ist glaube ich bereits bekannt, lässt sich aber überall beobachten (wobei wir diese Problematik in Deutschland leider auch haben).

So, jetzt aber genug analysiert und gelästert….irgendwann bin ich in meinem Hostel in Busan angekommen und dort waren die Leute sehr nett (bis auf eine Gruppe von 6 Koreanerinnen, die am letzten Tag mein Hostelzimmer eingenommen hat ;-))

Für was Busan bekannt ist: 

  • Der Strand in Haeundae (wo mein Hostel war):

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  • Den größten Department-Store der Welt (ich würde das jetzt mal als Kaufhaus übersetzen, aber ich hab keine Ahnung wie sich das genau definiert), aber er war riesig (Shinsegae). 14 Stockwerke, eine Schlittschuhbahn und auch ein eigenes sehr schönes und großes Spa-Land, in dem ich ein paar Stunden verbracht habe. Entspannen konnte ich dort allerdings nicht, da im Land von Samsung und LG natürlich jeder sein Mobiltelefon mit in die Sauna nimmt und dort auch gerne mal Filme oder Musik auf voller Lautstärke anhört, telefoniert oder Selfies postet (hatte ich erwähnt, dass ich manche Leute als egoistisch und eitel empfunden habe ;-)?). Habe für mich daraufhin entschieden, dass ich an meiner eigenen Entspannungsfähigkeit arbeiten muss und bin derzeit auf Bali zum Yoga und Meditieren.
  • Das internationale Busan Film-Festival (war leider nicht als ich dort war), aber das Kino ist schon immens groß und hatte sogar einen Freilicht-Saal. Leider liefen dort alle Filme auf Koreanisch, so dass ich mir keinen anschauen konnte.
  • Der größte Fischmarkt Südkoreas mit solch lustigen Fischen

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  • Ein Tempel auf einem Berg (Beomeosa) und einem sehr schönen Wanderpfad zu einer Burgmauer

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Nachdem ich das alles gesehen und erschrocken festgestellt habe, dass in Busan und dem Festland aufgrund von Feiertagen alles ausgebucht war habe ich mir einen der letzten Plätze auf einer Nachtfähre (habt ihr gerade auch ein Deja-Vu?) nach Jeju besorgt – Welt-Natur-Erbe, dort waren zum Glück auch noch günstige Unterkünfte verfügbar, davon dann beim nächsten Mal mehr….