Ich war in den letzten Tagen wie angekündigt, auf einer 4tägigen Bootstour von Lombok nach Flores unterwegs….hier nun die Zusammenfassung!
 
25 Passagiere (viele zwischen 20 und 25, dazu noch ein paar ältere Pärchen und ich ;-)) und 4 Crewmitglieder, die alle kaum Englisch sprachen. Sehr gut, um das  Beute- und Balzverhalten sowie kulturelle Unterschiede zu beobachten, man hat ja sonst nicht viel zu tun auf einem schaukelndem Boot und wenig Platz ;-)
 
Der Ort der Studie – dieser Kahn auf dem Weg von Bangsal nach Labuan Bajo: ca 20m lang, 1 Toilette, keine Dusche

 

1. Dschungelprüfung: 
Beim Einsteigen ist, nachdem die Frauen zuerst aufs Boot geklettert sind, die Leiter für den Einstieg auseinander gebrochen – die Männer mussten also erstmal vom Bootssteg ca 2,5 m nach unten auf das Boot springen. Das schaffte auch gleich Vertrauen in die Bootstechnik, vor allem nachdem im August so ein Boot gekentert war! (Das habe ich zum Glück erst auf der Tour erfahren)
 
Beuteverhalten: 
Scheinbar gibt es in Polen nicht viel zu essen und das Sozialverhalten ist auch nicht sonderlich ausgeprägt, jedenfalls hat es ein Polnisches Pärchen geschafft, den Unmut der restlichen Probanden auf sich zu ziehen, indem sie immer zuerst am Essen waren und sich Unmengen auf die Teller geschaufelt haben, so dass für die letzten am Buffet nur noch Reis übrig blieb. Normale Menschen hätten das nach dem ersten Essen kapiert, diese Spezies ist allerdings wohl etwas begriffsstutzig oder egoistisch, so dass das 7 Essen lang so weiter ging. Dazwischen hat uns dieses Pärchen auch noch mit ihrem technischen Equipment beglückt, das ständig im Einsatz war (2 Spiegelreflexkameras, 2 Handys, 1 Kleinbildkamera, 1 Netbook, 1 Laptop). Sie haben uns eindrucksvoll bewiesen, wie viele spannende Fotomotive auf dieser Fahrt gab und wie toll die Frau posen kann (Achtung Ironie!)
 
Balzverhalten:
Da es sehr viele junge Leute unter den Probanden gab (vor allem  Spanier und Franzosen) konnte auch das Balzverhalten sehr gut studiert werden. So hat es ein Australier geschafft, eine junge Spanierin durch dominantes Alphamännchen-Verhalten und ständiges Posen für sich zu gewinnen. Leider (oder für die Beobachtung zum Glück) hatten die beiden die Matratzen genau neben meiner, sodass ich die Annäherungen auch nachts studieren konnte (bzw musste). Erste Nacht Löffeln, zweite Nacht Küssen, in der dritten Nacht haben sie die Matratzen mit Handtüchern und Sarongs verhängt ;-)
 
Andere Männchen waren leider trotz wahnsinniger Anstrengung und vier Tagen exzessiven Balzens nicht ganz so erfolgreich. 
 
Hier das sehr unbequeme und enge Schlaflager…21 Leute wie die Sardinen in der Dose und keine Dusche…ihr glaubt gar nicht, wie sehr man danach ein bisschen Privatsphäre und eine Dusche zu schätzen weiß. 
 
Jetzt aber endlich zur Tour. Am ersten Tag ging es mittags los und wir sind die ganze Nacht gefahren, weil so schnell ist das Boot nicht und die Strecke bis Flores ist lang. Am nächsten Tag haben wir an einem Wasserfall Halt gemacht und waren noch schnorcheln. Nachts wieder durchgefahren bei heftigem Seegang. Ich war zum Glück von der ersten Nacht, in der ich kaum geschlafen habe, so müde, dass ich nicht so viel davon mitbekommen habe. Wach wurden wir zum Sonnenaufgang um ca 5:30 Uhr und das war schonmal sehr genial…ganz entspannt Richtung Sonne zu schippern, da die See wieder ruhig war. 
 
Die Ecken zum Schnorcheln waren auch richtig schön…Seesterne, Nemos (Clownfische) und alle möglichen anderen Fische gesehen. Die Mutigen sind sogar im offenen Meer mit Mantas getaucht, aber die waren schnell wieder weg und die Strömung nicht ungefährlich. Delphine sind auch immer mal wieder neben dem Boot aufgetaucht. Dazwischen konnten wir an wunderschöne Strände schwimmen oder schnorcheln, einer davon mit roten Korallenstaub versetzt, deshalb ‘Red Beach’. 
 
Am dritten Tag Nachmittags waren wir dann auf Komodo und am letzten Tag auf Rinca, jeweils um die ‘Komodo Dragons’, die größten lebenden Warane zu sehen, die es nur auf diesen beiden Inseln gibt…das war auch ein tolles Erlebnis! 
 
Fazit:
– Wunderschöne Natur über und unter Wasser, tolle Umgebung beim Fahren, allein dafür hat es sich gelohnt!!!
– Ich werde nicht seekrank
– Man kann auf geringstem Raum mit 30 Leuten verbringen, aber es wird immer ein paar Dominante geben, die sich durchsetzen
– Ich brauche wenig Komfort, aber es ist schön welchen zu haben und wenn es nur das ist selbst zu entscheiden, was, wann und wie viel ich essen mag. 
– Werde doch langsam alt ;-) – aber dafür entspannter was manches angeht
 
Hier noch ein paar Beweisfotos
 
 
 
 

Wawa und ich :-)))