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Wieder ein Nachtbus (ich weiß, ich wiederhole mich ;-)), dann einen weiteren unkomplizierten Grenzübertritt und ich war an einem Sonntagmorgen im November in Ecuador angekommen. Und der Unterschied war deutlich zu spüren – Bananenbäume am Straßenrand, ganze Schweine auf dem Grill, die Menschen offen und freundlich, ich werde im Bus wieder dauernd gefragt, ob ich alleine unterwegs bin – daraufhin ernte ich meist einen erstaunt-besorgtes Gesichtsausdruck, untermalt mit „oooooohhhhh“-Lauten und dann kommt die nicht vermeidbare Frage nach dem Freund/Ehemann. Alle kümmern sich rührend um mich, fragen mich, woher ich komme, wohin ich gehe, bringen mir Spanisch bei und umsorgen mich…sehr schön, nachdem man in Bolivien von den dort schüchternen Leuten eher in Ruhe gelassen wird und in Peru die Menschen zum Teil sogar recht unfreundlich waren.

Ansonsten merkt man in Ecuador schon sehr die Amerikanisierung (nicht nur, dass hier sehr viele Amerikanische Touristen sind, weil sie ohne kostenpflichtiges Visum einreisen können), sondern auch:

Die Währung: US-Dollar, weil der Ecuadorianische Sucre um die Jahrtausendwende eine massive Abwertung Dank Inflation hatte ist seit 2000 der Dollar die einzig gültige Währung.

Die Steckdosen: Amerikanisch (in den anderen Ländern war es ein sehr praktischer Mix aus Europäisch und Amerikanisch, es haben fast immer beide Stecker gepasst)

Die übliche Gewichtseinheit für Wäsche waschen, Obst und Gemüse kaufen usw. das amerikanische Pfund (lb)

Die Filme im Bus: Hollywood-Actionfilme (aber so habe ich wenigstens John Wick gesehen in feinstem Blue-Ray – um die Mittagszeit ich fürchte die Kleinkinder im Bus waren danach etwas traumatisiert) – oft gab es dort sogar funktionierendes Wifi

Die Taxen sind gelb

Um die unvermeidbare Frage zu Ecuador vorweg zu beantworten: Nein, ich war nicht auf den Galapagos-Inseln…Warum? Weil mich eine Woche dort mit Flügen, Nationalpark-Eintritt, Unterkunft und Essen etwa 1000 Euro gekostet hätte  (was mein Monatsbudget ist) – und dann wäre ich noch nichtmal auf einem Schiff gewesen, das kostet nochmal mindestens das gleiche (wenn man Glück hat) realistisch und mit etwas mehr Komfort eher so 2000-3000 Euro für eine Woche. Und wie ein anderer Reisender so treffend gesagt hat: „Galapagos kannst du auch noch machen wenn du in Rente bist“ – naja vielleicht wird es nicht ganz so lange dauern, es steht definitiv auf meiner Liste der Orte, die ich sehen will. Ein weiterer Grund nicht jetzt hinzufahren ist auch: ich würde es gerne mit jemandem zusammen erleben und nicht alleine. Insofern komme ich auf jeden Fall hierher zurück und habe diesmal nur ein paar Stopps in Ecuador gemacht.

So, jetzt aber zum ersten Ort in dem ich war: Cuenca! Nach über 20 Stunden in Bussen und Taxen und fast 1000 km bin ich dort angekommen. Eine wunderhübsche koloniale Stadt mit einer sehr angenehmen Atmosphäre – es ist immer schwierig zu beschreiben, wieso man sich in manchen Orten wohler oder sicherer fühlt als in anderen, aber ich vertraue da ganz meiner Intuition und lasse den neuen Ort erstmal auf mich wirken. Was ich von Cuenca wusste: es gibt dort das Café Austria in dem Rouladen mit Rotkohl und Semmelknödel serviert werden – also nix wie hin mit mir und die Investition hat sich auch wirklich gelohnt ;-)!

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Auf einen Berg mit Aussichtsplattform bin ich auch gelaufen -und bei dem Anblick war das auch gut so:

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