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Myanmar – zum Ende nochmal Yangon und Fazit

Leider hat der Blog in den letzten Wochen geschwiegen – hauptsächlich aufgrund schlechten Internets, aber auch, weil ich ein bisschen “Urlaub vom Reisen” gemacht habe.

Ich bin euch noch die letzte Station von Myanmar schuldig (geschrieben hatte ich den Eintrag schon vor längerem, als die Eindrücke noch frisch waren, nur das mit den Bildern hochladen war ein Problem)….

Wie ihr aus meinen letzten Einträgen bestimmt schon gemerkt habt, habe ich Myanmar sehr lieb gewonnen – aber leider ist nun schon wieder Endspurt, da ich nur 28 Tage hier bleiben darf….

 

Das Highlight in Yangon habe ich mir aufgrund des Regens in den ersten Tagen zum Ende aufgespart – die Shwedagon Pagode!!! Hierzu gibt es gar nicht viel zu sagen, sie ist wie alles in diesem Land einfach grandios, was die folgenden Bilder nur zum Teil zeigen können!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Darüber hinaus hatte ich mir noch das folgende Highlight aufgehoben – Kino ;-))):

 

An einem heißen Nachmittag in Yangon bin ich der Hitze entflohen, indem ich ins Kino gegangen bin (mache ich ja gerne mal in fremden Ländern) und den „zweieinhalbten“ Teil von „Tribute von Panem“ kann man sich durchaus mal anschauen, dachte ich mir…

 

Nachdem ich mein Ticket (teuerster Platz) für günstige 2000 Kyat (ca 1,50 Euro) erstanden habe, war ich schon sehr gespannt auf die Werbung und überhaupt… In Thailand wird ja vor jedem Kinofilm die Hymne des Königs gespielt, bei der alle aufstehen – hier ist es die normale Nationalhymne, die klang wie aus einem Nintendo-Videospiel. Nachdem sich alle wieder hingesetzt hatten, ging es los…. ein Schmatzen überall rings um mich herum in einer unerträglichen Lautstärke…ok, irgendwann sind auch mal alle Popcorn-Tüten leer, dann wurde es besser…nun waren die Münder allerdings leer für Gespräche, gerne auch am Telefon und die Hände frei für Spiele auf dem Handy. 

 

Das Pärchen neben mir hat es geschafft, während der 2 Stunden mindestens 20 Level eines Handygames zu spielen und die ganze Zeit zu quatschen – irgendwie verständlich, da die meisten Burmesen eher schlecht Englisch sprechen, der Film im Original war und es nichtmal burmesische Untertitel gab….

 

Die Platzvergabe fand hier natürlich auch wieder ohne technische Unterstützung statt, sondern die verkauften Karten wurden einfach auf einem Zettel abgehakt, entsprechend gibt es für jeden Kinosaal nur eine Kasse, um den Überblick zu behalten. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

So vergingen die letzten Tage im wunderbaren Myanmar auch sehr schnell und ich bin wieder weitergezogen…

 
 
 
Myanmar – mein persönliches Fazit
 
 
Was ich vermissen werde:
 
  • die wahnsinnig netten Menschen
  • die vielen Pagoden
  • die lustigen Gesichtsbemalungen 
  • Männer in Röcken
  • traditionell gekleidete Frauen
  • Fahrradfahren
  • die vielen Mönche
  • dass ich mich so sicher gefühlt habe wie sonst nirgendwo bisher (inclusive Deutschland
 
Was ich nicht vermissen werde: 
  • Die Betelnuss-Päckchen, die die Männer hier kauen, die Geräusche beim Ausspucken, die roten Muster auf der Straße, den Gestank des Zeugs und die roten Zähne der Männer
  • die Geräuschkulisse im Kino
  • den ‘3 in 1 Tee- und Kaffee-Mix, den man überall statt richtigem Tee und Kaffee bekommt (Zutaten: Zucker, ganz viel Chemie und 0,5% Tee- bzw. Kaffeextrakt) – nur trinkbar mit ganz viel Rum drin ;-)
  • aus den vielen „Bilderbuch-Bildern“ die schönsten auswählen zu müssen 
  • anzusehen, wie Güter,  Steine und überhaupt alles manuell auf einen LKW/Zug auf- und abgeladen wird (ohne Gabelstapler, Kipplaster etc.) und die Feldarbeit mit Ochsenkarren und der Sense erledigt wird
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

…..glaube ich bin mit Myanmar noch nicht ganz durch und werde auf jeden Fall wiederkommen. Ich hoffe, das Land und die Menschen haben sich bis dahin nicht zum negativen entwickelt aufgrund des Tourismus….

 
 
 
 
 

Myanmar – Bagan, Hpa An, Mawlamyine

Von Hsipaw ging es weiter im Nachtbus nach Bagan, diesmal nicht in der VIP-Version, sondern in einem etwas in die Jahre gekommenen Bus – angekommen bin ich aber natürlich trotzdem, wieder mal rechtzeitig zum Sonnenaufgang…

 

Bagan muss man einfach gesehen haben, tausende Tempel in einer Ebene, die sich besonders zu Sonnenauf- und -untergang wunderschön und fotogen zeigen.

 

Hier bei Sonnenaufgang: 

 
 
 

Und bei Sonnenuntergang: 

 

Ansonsten gibt es über Bagan nicht viel zu sagen – sehr touristisch, weil jeder Myanmar-Reisende auch dort landet, aber man kann den Massen entfliehen, indem man sich zu den nicht so gut besuchten Tempeln begibt. Die Tempel klappert man entweder ganz altmodisch mit einem Fahrrad ab (wie ich es gemacht habe) oder etwas neumodischer mit „E-Bikes“.

Dank der Touristenmassen habe ich es dort immerhin geschafft, zufällig ein Restaurant mit Fernseher zu finden, in dem gerade FC Bayern TV mit dem Spiel gegen Frankfurt und einer Zusammenfassung des Spiels gegen Dortmund lief, dazu noch frisch gezapftes Myanmar-Bier für 0,45 Cent und Erdnüsse – habe mich fast wie zuhause gefühlt, nur die Temperatur am Abend war zu hoch ;-).

 

Von Bagan ging es dann im Nachtbus über Yangon direkt nach Hpa An weiter, einer kleinen Stadt mit sehr netten Bewohnern. Im Umland gibt es viele Höhlen und Berge, in bzw. auf denen natürlich Buddhas, Pagoden, Tempel etc. gebaut worden sind. Habe einige innerhalb einer sehr interessanten Tagestour besucht, hier ein paar Eindrücke davon: 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

 

 

 

 

 

Nach zwei Tagen war es dann aber auch wieder ok und ich bin mit einem Boot auf sehr bequemen Autositzen (!) über den Fluss in zwei Stunden nach Mawlamyine gefahren

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in Mawlamyine gibt natürlich wie überall in Myanmar jede Menge Pagoden, Buddhas und nette Menschen ;-)))

 

Von dort aus bin ich mit dem Zug nach Yangon gefahren, um zu herauszufinden, ob es stimmt, was der nette Besitzer des Guesthouses in Mawlamyine gesagt hat, nämlich dass die Strecke mit dem Zug ist „like riding a horse“ ;-) – und da ich ja sonst nicht in den Genuss komme zu reiten musste ich das natürlich ausprobieren (außerdem ist es sehr günstig und der Bahnhof  in Yangon liegt im Gegensatz zum Busbahnhof nur ca 5 Minuten zu Fuß von meinem Hostel  entfernt). Hat gar nicht so schlimm geschaukelt im Zug und die wunderschöne Landschaft war es auf jeden Fall wert, 3 Stunden länger unterwegs zu sein als mit dem Bus – überall Pagoden, Berge, Flüsse, Felder – alles im Überfluss wie überall in diesem tollen Land ;-). 

 

Myanmar – Hsipaw

Das mit der perfekten Filmkulisse setzt sich auch in Hsipaw im Nordosten von Myanmar, Richtung Chinesischer Grenze weiter fort – und hier fühle ich mich ab und zu wie eine Requisite, die nicht dazu passt, ähnlich wie ein Smartphone in einem Film, der in den 80er Jahren spielt… 

Manchmal auch wie ein dauernd staunender und sich wundernder Zuschauer des Lebens hier. Es ist alles so idyllisch und ich habe einfach ein schlechtes Gefühl, einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass sich hier vieles verändern wird. Mir ist klar, dass ich es nicht aufhalten kann, dass sich Myanmar nach dem langen Militärregime öffnet und entsprechend die Touristen einströmen, aber wenn ich sehe wie glücklich und freundlich die Menschen trotz Armut und sehr einfachem Leben sind, habe ich Angst, dass sich das mit den Touristen ändern wird und jeder einen Teil des (Geld-) Kuchens abhaben möchte. Sind meine Gedanken einfach typisch Deutsch? Oder typisch Diana? Oder einfach nur typisch doof, weil sie mir die Leichtigkeit der Erlebnisse und den Spaß nehmen und sowieso sinnlos sind?

Die Familien hier fahren auf dem Roller zum Fluss um sich selbst und die Wäsche zu waschen, weil viele Häuser noch kein fließendes Wasser haben, Kinder laufen mit einem Stock hinter rollenden Reifen her, klettern auf Bäume und winken mit größtem Vergnügen den Leuten im Zug zu, der einmal am Tag vorbei kommt…oder Touristen wie mir….Die Landwirtschaft wird hier immer noch so erledigt wie in Deutschland vor 100 Jahren – mit Ochsenkarren und alles manuell. Ich befinde mich in einem ständigen Gefühlschaos, da ich eine solche Freude, Güte und Herzlichkeit einfach nicht gewohnt bin, weder aus anderen Ländern und schon gar nicht aus Deutschland und von mir selbst. Die Kinder winken mir auf der Straße freudestrahlend zu (oft winke ich zuerst, weil es mir selbst so viel Spaß macht ;-)) und heute hat mir ein kleines Mädchen eine Blüte gepflückt und geschenkt….es ist einfach herrlich und ich hätte so gerne, dass sich die Menschen hier nicht zu sehr verändern! Das mit dem fließendem Wasser und der Landwirtschaft dagegen natürlich schon!

 

So in meine Gedanken versunken bin ich am Nachmittag noch spazieren gewesen, laut selbst gezeichneter Karte aus dem Guesthouse hätte der Weg auf dem ich mich (meiner Meinung nach) befand eigentlich wieder zurück zum Dorf führen müssen. Naja, irgendwie waren der Zeichner und ich wohl nicht wirklich kompatibel und ich habe mir auf einer Straße wiedergefunden, die nach 1 Stunde immer noch nicht Richtung Ort zurückgeführt hat. Da die Sonne langsam untergehen wollte, hab ich einen Feldweg genommen, der sich dann allerdings zu einem trockenen Flusslauf mit Steinen verwandelt hat und letztendlich in einem Reisfeld-Labyrinth geendet hat….und mittendrin ich…weit weg von jeder Zivilisation, anderen Menschen und mit dem Wissen, dass es in 1 Stunde dunkel sein würde…Zurück auf den Weg ging auch nicht mehr, der war ja auch nicht richtig, unbeleuchtet und auch schon wieder zu weit weg….Habe schon ernsthaft Panik bekommen, als auf einmal ein Engel in Gestalt einer älteren Frau mit Strohhut, rosa Bluse und lila Wickelrock aufgetaucht ist…. Wir verstanden uns fast ohne Worte…. Ich: „Mingalabar! Hsipaw?“… Sie: Ein Lächeln und ein Zeichen, dass ich so gedeutet habe, ihr zu folgen. In gebührendem Abstand von ca 5 Metern bin ich dann schweigend hinter meiner Retterin hergelaufen, nur das Quietschen der Flip-Flops war zu hören, da wir immer dem Flusslauf entlang gingen, der zum Teil auch Wasser führte. 

 

Nach einer halben Stunde querfeldein durch die (trotzdem immer noch tolle) Landschaft sind wir dann endlich zu den ersten Häusern gekommen. Sie: „Hsipaw!“ Ich: Mit breitem Dauergrinsen versucht verständlich zu machen, dass sie mich gerettet hat und ich ihr ewig dankbar sein werde. So blieb mir immerhin „Ein Bett im Reisfeld“ erspart…Aber auch das war wieder ein Erlebnis wie im Film!

 

Fazit: 

  1. Am Ende wird immer alles gut (und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende)
  2. Gummi-Flip-Flops sind sehr gute Wanderschuhe, vor allem wenn es auch durch Wasser geht. 
  3. Ich weiß jetzt wie Reispflanzen von nahem aussehen, nämlich so: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Am nächsten Tag bei dem Versuch, den Weg zum Wasserfall zu finden, hatte ich wieder ein ähnliches Erlebnis, nur diesmal kam die Rettung in Form eines Jugendlichen auf einer Motocross-Maschine und da ich völlig verkehrt war, hat er mich kurzerhand zum Startpunkt gefahren und von dort aus gab es nur noch den einen Weg! Bin dann nach einer Stunde Fußweg glücklich zur Abkühlung in den Wasserfall-See gesprungen!

 

 

Myanmar – Mandalay und Umland

Vom Inle See aus habe ich wieder den Nachtbus genommen – diesmal nach Mandalay. Diese Nachtbusse sind eigentlich eine wirklich gute Sache – in Myanmar sind sie meistens sehr komfortabel (2+1 Sitze), man spart sich eine Übernachtung und kommt früh morgens zwar mit akutem Schlafmangel am Ziel an, aber hat den ganzen Tag noch vor sich.

In Mandalay lag der Busbahnhof wie etwas außerhalb, also hab ich ein Motorradtaxi genommen. Der junge Fahrer (18 war er) war supernett und hat die ganze Fahrt über mit mir geschnackt, um mir dann am Hotel angekommen (es war morgens um 5:30 Uhr!!!) eine sehr ausführliche Verkaufsveranstaltung vorzuführen, nämlich wo er mich in einer der nächsten Tage überall hin fahren würde: Amarapura, Inwa, Sagain – ich (im Stehen schlafend, nur noch im Hotel einchecken wollend und entsprechend quengelig) hab ihn dann irgendwann einfach abgewürgt und gesagt, dass ich jetzt nur noch ins Bett will und ich auch keinen ganzen Tag auf einem Motorroller verbringen will…. Zum Glück konnte ich schon in mein Zimmer und noch 2-3 Stunden schlafen, war also um 9 Uhr fit und bereit zum Stadtrundgang….

Leider ist Mandalay selbst nicht so schön und an jeder Ecke stehen „Transport-Taxi-Typen“, die ihre Dienste anbieten (im Vergleich zu Indonesien, speziell Lombok allerdings eher harmlos). Mein erstes Ziel war der Bahnhof, da ich 2 Tage später nach Hsipaw mit dem Zug fahren wollte. Dort hat mir der nette Mann erklärt, ich solle am nächsten Tag wieder kommen, da Tickets immer erst 1 Tag vorher gekauft werden können – ok, kein Problem, also weiter – um den Palast gelaufen und zum Sonnenuntergang auf den Mandalay Hill.

 

 

Am nächsten Tag habe ich ein Fahrrad gemietet, um damit zum Sonnenaufgang an der U-Bein-Brücke (der längsten Teakholz-Brücke der Welt, ca 1,2 km lang) zu sein, also Wecker auf 4:30 Uhr gestellt und um 5 Uhr losgefahren. Leider hat google-maps nix von dem Stau auf der 86sten Straße gesagt, der durch diverse Marktstände hervorgerufen wird, da der Handel bereits in vollem Gange ist, aber immerhin konnte ich mir so noch Proviant in Form von Bananen besorgen ;-)

Die nächste Straße – die nächste Feier – eine Bühne mit einer Tanzgruppe (zur Erinnerung – es war mittlerweile 5:15 Uhr morgens)

Habe es dann zwar knapp aber doch noch zum Sonnenaufgang nach Amarapura geschafft ;-)

Als ich dann so über die Brücke lief und wie wild fotografiert habe (wieder sehr idyllisch, ich konnte also gar nicht anders) traf ich auf zwei Mönche des naheliegenden Klosters. Der eine hat mich angesprochen und gefragt, woher ich komme, worauf ich ihn das gleiche gefragt habe – Antwort „Cologne“ (Fragezeichen in meinen Augen, ob ich das jetzt auch richtig verstanden habe) und wie er heiße „Lukas Podolski“ – aaaaahhhhh ja, ich habe es hier also mit einem Mönch der Kategorie „Scherzkeks“ und „Fußballfan“ zu tun, aber mich wundert in dem Land sowieso nichts mehr wirklich ;-)).

Wir haben uns dann sehr lange unterhalten (über den FC Bayern und seine Spieler, Mönchsroben, das Leben im Kloster, warum so viele Mönche sehr gute Smartphones und iPads haben, Facebook, Angela Merkel, Aung San Suu Kyi usw.) und die beiden Mönche (der andere war eher der Philosoph und sprach sehr gut Englisch) haben mir dann die Pagoden auf der anderen Seite des Stegs gezeigt und mich eingeladen, ihr Kloster zu besuchen. 

Dazu muss man sagen, dass in dem Kloster jeden morgen um 10:30 Uhr das Mittagessen der Mönche stattfindet, bei dem Touristen zusehen dürfen – also eher so wie im Zoo (Fremde versteckt hinter dicken Kameraobjektiven, die in Nahaufnahme auf die Mönche schießen) – da wollte ich auf keinen Fall dabei sein. Die beiden (bzw. drei da wir zwischenzeitlich noch einen dritten Mönch getroffen haben) haben mir diese Bedenken aber genommen und abseits der Touristenmassen ihr Kloster gezeigt (die Kammer des Gründers, die wichtigsten 10 Regeln für Anfänger-Mönche (später gibt es 227 Regeln), die Küche und sogar die hauseigene kleine Druckerei). Während das Essen startete saßen wir etwas abseits und haben uns gemeinsam darüber ausgelassen, wie unangenehm das für die Mönche sein muss beim Essen beobachtet, angestarrt und fotografiert zu werden. Sie haben aber zum Glück die Möglichkeit, bis 12 Uhr zu essen und ab ca 11 Uhr sind dann die meisten Touristen verschwunden um den nächsten Punkt der Tagestour abzuhaken. 

Ich durfte dann noch dort zu Mittag essen in einem Raum etwas abseits zusammen mit lauter Einheimischen, die mich fotografiert haben, während „Lukas Podolski“ daneben stehend auf mich gewartet hat und gesagt hat ich solle mir ruhig Zeit lassen mit dem Essen (die erste und wichtigste Mönchs-Regel, nämlich dass sie ein gutes Herz haben sollen, haben sie wirklich alle perfekt umgesetzt!!!)

Am Ende haben sie mir noch Tipps gegeben, wie ich mit dem Fahrrad nach Inwa und Sagain komme (hatte ich ursprünglich gar nicht geplant, aber es war ja erst mittags) und so habe ich mich schweren Herzens auf den Weg gemacht nach diesem schönen und unerwartetem Vormittag!

Hier noch ein paar Bilder von Inwa:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Und Sagain:

 

Nach ca 50 km Fahrrad(tor)tour durch die Hitze ohne Gangschaltung bin ich dann am Nachmittag in Mandalay angekommen und habe mich wieder auf dem Weg zum Bahnhof gemacht um mein Ticket für den nächsten Tag zu kaufen… Da sagt der Beamte doch ernsthaft „morgen früh ab 3 Uhr gibts Tickets“ – habe ihm versucht klar zu machen, dass man mir gestern gesagt hat ich bekomme sie heute und dass ich morgen garantiert nicht um 3 Uhr komme in der Hoffnung noch eine Fahrkarte zu bekommen…. Bin dann zu einem anderen Schalter und nach der gleichen Diskussion hatte er ein Erbarmen (hier hilft es scheinbar noch, ein bisschen resoluter zu werden und ich war einfach nur kaputt von dem Tag und bin ja zum zweiten Mal extra zum Bahnhof gefahren)

Übrigens: die Vorfahrtsregeln habe ich immer noch nicht verstanden, es ist aber nicht

  • rechts vor links
  • die größere Straße
  • die Querstraße

Es ist glaube ich einfach so flexibel, dass alle laut hupen und irgendwer fährt und je größer das Fahrzeug und je lauter die Hupe ist desto eher darf derjenige fahren. Als Fahrradfahrer hilft es, sich neben die Roller zu stellen und gemeinsam mit denen loszufahren in Mandalay sind Roller nämlich erlaubt und in rauen Mengen vorhanden.

Am nächsten morgen ging es früh um 4 Uhr im Zug nach Hsipaw, weil die Strecke so schön sein soll (ihr dürft mich also ab sofort „Sheldon“ nennen) – Schlaf habe ich insofern eher wenig bekommen in Mandalay ;-)

Vorbei an Bullen, die ganz entspannt neben der Bahnstrecke liegen und Hütten, in denen Leute schon Reis kochen (früh um 4 (!) Uhr und dann nach viel Geruckel und Geschüttel endlich über das Gotheik-Viadukt gefahren – da kam meine Höhen- und Brückenphobie wieder zum Vorschein – aber als wir auf der Brücke waren sah es schon sehr toll aus und gar nicht mehr schlimm.  

Am Nachmittag bin ich dann in Hsipaw angekommen, aber dazu beim nächsten Mal mehr!
 

Myanmar – Inle See – eine Postkarten-Idylle wie aus dem Bilderbuch

Eingekuschelt in die ‚Hello-Kitty-Decke‘ bin ich mit dem Nachtbus früh um 6 Uhr am Inle See angekommen, genauer gesagt in einem Ort namens Nyaung Shwe, der an einem Zufluss zum See ca 5 km entfernt liegt. Hotels direkt am See können sich nämlich leider nur die wenigsten leisten, zu denen ich gerade nicht gehöre ;-). 

Im Gegensatz zu Yangon gibt es hier eine sehr gute Touristen-Infrastruktur – viele Einheimische können Englisch, man versteht, was es in dem Restaurant zu essen gibt, weil es manchmal sogar Speisekarten auf Englisch gibt (allerdings oft ohne Preise – vielleicht ändern diese sich einfach zu oft nach oben ;-). Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch die Massenbewegungen auf dem See und mit dem Fahrrad an Land. In diesem Land macht sowieso fast jeder das gleiche beim Reisen, daher sieht ein typischer Urlaub so aus (je nach Länge ein bisschen variierbar) und man trifft immer wieder die gleichen Leute wieder.

Feste Komponenten sind: 
  • Yangon (mit Shwedagon-Pagoge und Circle Line)
  • Inle See (mit Tages-Ausflug auf dem See mit dem Boot und Fahrrad mieten um zum Weingut in der Nähe zu fahren, evtl Trekking von dort aus nach Kalaw oder umgekehrt)
  • Mandalay (Mandalay Hill und zur U-Bein-Brücke, ggf. noch den Mönchen beim Mittagessen zusehen (aber dazu im nächsten Blog mehr ;-))
  • Bagan 

und dann je nach Zeit und Lust noch:

  • Strand (da gibt es 3 zur Auswahl von denen 2 überteuert sind)
  • Golden Rock – der Stein, der auf 1000 m Höhe auf einem Felsvorsprung zu schweben scheint
  • Berge im Nordosten von Mandalay, z. B. Hsipaw
  • Hpa An und Mawlamyine südostlich von Yangon 
 

Viele andere Regionen sind für Touristen nur schwer erreichbar, nicht erlaubt (oder nur sehr teuer mit Lizenzen und Guide) oder schlichtweg nicht mit der nötigen Infrastruktur versehen (Busse, Hotels etc). Ich bin gespannt, wann die Inseln in der Andamanensee touristisch erschlossen werden, diese sind bestimmt traumhaft schön!

 

Der Inle See jedenfalls gehört zu den Hauptattraktionen und das völlig zurecht – ich wurde mit strahlendem Sonnenschein und Schäfchenwolken empfangen und das blieb auch die kommenden 3 Tage so, in denen ich auch das „Touri-Programm“ abgearbeitet habe (Fahrrad geliehen, Bootsauslug auf dem See gemacht und mir den Ort angeschaut). Die Fischer auf dem See gibt es übrigens wirklich, ich dachte ja, das machen sie mittlerweile nur noch für die Touristen und die Fotografen, aber ich habe den ganzen Tag auf dem See ständig Fischer gesehen, die mit dem Fuß das Paddel bewegt haben, um die Hände frei zu haben fürs Fischen. 

 

 
 

 

 

 

 

 

 Sowohl auf dem See als auch abseits der Hauptstraße im Ort sieht alles aus wie auf einer wunderschönen Postkarte – und wenn man gerade denkt „wow – besser gehts nicht“ kommen von irgendwoher wahlweise Einheimische mit Strohhut vorbeigeradelt oder im Boot vorbeigepaddelt oder es laufen ein paar Mönche durch die Landschaft – ich konnte über so eine Bilderbuch-Idylle irgendwann nur noch kopfschüttelnd staunen und mich darüber freuen!

Hier ein paar Eindrücke

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Irgendwann war diese Idylle einfach nicht mehr auszuhalten und ich habe mich aufgemacht auf die „Road to Mandalay“ – Bambambamba-Barambambam

 
 

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