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Auf 2800m gelegen ist Sucre die zweithöchste Hauptstadt der Welt (nach Quito) – wer sich jetzt wundert – La Paz ist zwar der Regierungssitz Boliviens, aber Sucre die Hauptstadt – das hat historische Gründe, da in den Zeiten des Silber-Booms Sucre die wichtigere Stadt war.

Man merkt Sucre an, dass die Stadt (zumindest der Stadtkern) hauptsächlich von sehr reichen Leuten bewohnt wird. Die Straßen sind sehr sauber und die Häuser müssen laut Gesetz mindestens einmal im Jahr geweißelt werden. Der Name kommt aber nicht, wie man denken könnte von dem Französischen Wort für Zucker, sondern von einem Revolutionsführer mit diesem Namen.

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Was mich in einem Land wie Bolivien sehr überrascht hat, sind die Ampeln mit Sekundenanzeige (sehr praktisch für Fußgänger und Autofahrer) und jeden morgen standen an den Zebrastreifen junge Menschen (meist Schüler) im Zebrakostüm, die die Menschen dazu animiert haben, nur bei grün über die Ampel zu gehen und die Autofahrer dazu, doch auch wirklich anzuhalten. Diese Zebras sind in der Gesellschaft sehr beliebt und angesehen und die Schüler dürfen auch nur so lange Zebra sein, wie die Schulleistungen nicht absinken ;-). Diese Zebras gibt es auch in La Paz und bei einer Walking Tour hat der Guide erzählt, dass es früher auch Esel gab, die sich über die Menschen lustig gemacht haben, die die Ampel missachtet haben – den Eseln sind aber leider zu viele Unfälle passiert und so sind nur die Zebras geblieben ;-).

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hier kann man so ein Zebra zumindest von hinten sehen ;-)

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Einen lustig chaotischen Markt mit allem möglichen zu kaufen gibt es natürlich auch in Sucre, besonders die “Fleischabteilung” war hübsch anzusehen:

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Eine Eiffelturm-Nachbildung gibt es auch:

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In Bolivien wird Allerheiligen und vor allem Allerseelen besonders groß gefeiert – die Menschen dekorieren die Gräber ihrer Angehörigen (gerne auch mit Schnapsflaschen oder Spielzeugautos) und spielen Musik oder was auch immer der Verstorbene besonders gemocht hat. Entsprechend groß war der Andrang auf dem sehr hübschen Friedhof. Vor den Toren gab es die traditionelle Allerheiligen-Speise „Mondongo“ – war lecker, wobei ich danach besser nicht hätte lesen sollen, mit welchen Teilen vom Tier das gemacht wird (ich habe mich aber instinktiv hauptsächlich dafür entschieden, die Beilagen Kartoffeln und Bohnen zu essen).

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In Sucre bin ich in einem Hostel untergekommen, dass „Kultur Berlin“ heißt und von einem Deutschen geführt wird – am ersten Abend gab es entsprechend ein Jägerschnitzel (oder sowas in der Art) mit sehr leckeren Spätzle. Und am letzten Tag das Rugby-WM-Finale.

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Um mich irgendwie verständlich machen zu können (in Südamerika wird kaum Englisch gesprochen) habe ich mir auch noch 3 Privatstunden Spanisch geleistet (für etwa 5 Euro pro Stunde). Am ersten Tag habe ich die anfängliche Bolivianische Scheu meines Lehrers Juan fälschlicherweise noch als Aversion empfunden, am zweiten Tag haben wir uns aber schon etwas besser aufeinander eingestellt gehabt und ich habe wirklich viel gelernt und er hat mich auch nicht geschont und mir in einem Crash-Kurs die Vergangenheits- und Zukunftsform, sämtliche unregelmäßigen Verben und noch einige hilfreiche Grammatikkonstruktionen beigebracht, bevor er sich zum Feiertagswochenende mit seinen 7 Kumpels auf den Weg nach Potosí gemacht hat und ich mich mit dem Nachtbus auf den Weg nach La Paz.

Übrigens, Kinder der 70er – ‚Dudu‘ lebt jetzt in Sucre ;-)

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