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Wer wie ich glaubt, in Australien wäre es immer warm, der kann sich ganz einfach vom Gegenteil überzeugen indem er Ende Juni mit dem Flugzeug um kurz nach Mitternacht von Perth nach Melbourne fliegt. Das dauert nur ca. 3,5 Stunden und mit der Zeitverschiebung von 2 Stunden erreicht man früh um 6 Uhr kurz vor Sonnenaufgang den Flughafen. Wenn man dann noch das Glück hat an dem Terminal zu landen, der gerade umgebaut wird, läuft man etwa 10 Minuten durch die klirrende Kälte um dann in einer provisorischen und nicht beheizten Halle auf sein Gepäck zu warten. Spätestens dann weiß man, in Australien kann es auch ganz schön kalt werden ;-). Das Thermometer sagte glaube ich 2 Grad, aber es hat sich kälter angefühlt, vor allem, weil ich es ja nicht mehr gewöhnt bin und auch nicht die richtige Kleidung dabei hatte.

Aber wie es so oft ist: eine kalte klare Nacht sorgt für wunderbare Winter-Sonnentage – und die hatte ich in Melbourne. Die Australier lassen sich übrigens auch nicht von Kälte abhalten, draußen zu sitzen, dann stehen dann halt Heizpilze herum oder es wird ein Feuer gemacht…

Da Melbourne als das Sportmekka Australiens gilt, habe ich mir gleich am ersten Tag ein Spiel der AFL angeschaut, das ist die Australische Football Liga. Und was ist das nun?!? Eine sehr beliebte Australische Sportart, bei der 2 Teams mit je 18 gutgebauten, großen, durchtrainierten und meist gutaussehenden Modellathleten 4×30 Minuten alles geben und mit und ohne Ball (der eiförmig, ähnlich einem Rugbyball ist) rennen, werfen, kicken, fangen, manchmal auch hinfallen und ohne zu murren gleich wieder aufstehen um weiterzuspielen. Dazu noch 8 (!) Schiedsrichter, die auch die ganze Zeit nur am rennen sind. Ziel ist es, das Ei zwischen die Torbegrenzungen zu kicken, und das ist bei dem Spiel das ich gesehen habe, richtig oft passiert. Ihr merkt schon – ich mag die Sportart und sie ist sofort in meine persönliche Top-5 der sehenswerten Sportarten aufgestiegen, da sie sehr spannend anzuschauen ist und sowohl Zuschauer als auch Spieler sehr enthusiastisch sind. Gespielt hat übrigens Carlton (ein Stadtteil von Melbourne) gegen Adelaide und das ganze fand in einem Stadion für 100.000 Zuschauer statt. Da die Teams nicht die besten sind und es um nicht viel gegangen ist, waren leider nur 27.000 Zuschauer anwesend, die Stimmung war also vergleichbar mit den Spielen 60ern in der Allianz-Arena ;-).

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So viel Text schon wieder, dabei wollt ihr ja immer lieber Bilder sehen, aber ein bisschen Informationen sind hoffentlich auch interessant. Also – Melbourne hat etwa 4 Millionen Einwohner und ist ein bunter Mix aller möglicher Kulturen. Die Stadt gilt als größte Griechische und Italienische Stadt außerhalb dieser Länder, in letzter Zeit immigrieren aber verstärkt Chinesen und Inder. Die Stadt ist sehr „künstlerisch“, überall sieht man Straßenmusiker und es gibt ein paar Straßen mit „Streetart“.

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Kultur ist sehr präsent und hübsch präsentiert, die Bücherei in Melbourne sieht zum Beispiel so aus:

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Wie überall in Australien sind die meisten Museen kostenlos und so war ich auch in eine paar Kunstgalerien und in einem sehr interessanten Museum über Film&Fernsehen, natürlich mit ganz vielen Sachen zum ausprobieren und anschauen.

Apropos kostenlos: in Melbourne kann man kostenlos in der Innenstadt mit den Trambahnen fahren und es gibt eine historische Bahn, die um das Zentrum fährt mit Audiokommentaren zu den Sehenswürdigkeiten, auch kostenlos.

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Der botanische Garten ist auch einen Besuch wert und kostet ebenfalls keinen Eintritt.

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Übrigens gibts Aldi Süd auch in Australien – sieht genauso aus und man bekommt einige deutsche Produkte (habe mir gleich mal ein paar Toffifee gekauft ;-))

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Strand gibts natürlich auch…hier der in St Kilda, einem sehr hübschen Stadtteil mit vielen kleinen Läden und Cafés.

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Ich wundere mich übrigens nicht mehr, warum Melbourne auf der Liste der lebenswertesten Städte regelmässig sehr weit oben rangiert, mit einem dem Preisniveau entsprechenden Gehalt lässt es sich hier bestimmt wunderbar leben, wie auch in Sydney, aber davon beim nächsten Mal mehr…

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