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Ihr wundert euch bestimmt schon, wieso mein Bericht über Buenos Aires so lange auf sich warten lässt…einerseits, weil ich insgesamt fast 3 Wochen dort war mit einem einwöchigen Ausflug nach Uruguay dazwischen und andererseits das Wifi hier doch sehr schlecht ist.

Ich persönlich denke bei Argentinien und speziell Buenos Aires zuerst an Fußball, Tango und Steaks und damit liege ich auch gar nicht so verkehrt. Bei weiterem Nachdenken kommt mir vielleicht noch Eva „Evita“ Peron in den Sinn und das Lied „Don’t cry for me Argentina“ nicht mehr aus dem Kopf. Aber Buenos Aires hat natürlich noch viel mehr zu bieten.

Fangen wir mal mit den vielen Gebäuden an, die dem „alten Europa“, hauptsächlich Paris nachempfunden sind – spätestens als ich gehört habe, dass sie extra deshalb Tauben in Argentinien angesiedelt haben, um Europa noch authentischer zu imitieren, habe ich allerdings angefangen, das Projekt ernsthaft in Frage zu stellen ;-). Naja wie auch immer, viele Gebäude und Straßen sind entsprechend sehr imposant und sind zu der Zeit entstanden, als Argentinien wirtschaftlichen Aufschwung erlebt hat, also etwa zwischen 1880 und 1910 und diese Macht wollten sie auf diese Art der ganzen Welt demonstrieren.

Hier ein paar Eindrücke davon:

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Hier auf der Avenida de Mayo haben sie versucht, die Champs Elysee nachzubauen (inklusive der Metro-Eingänge ;-))

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Das Casa Rosada, das pinke Regierungsgebäude Argentiniens (siehe auch das Bild ganz oben), hier besonders kitschig beleuchtet bei Nacht:

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Der Innenhof des Casa Rosada sieht so hübsch aus, am Wochenende kann man es besichtigen:

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Für die rosa Farbe gibt es übrigens 2 Erklärungen: eine ist dass der damalige Präsident die 2 Farben der verfeindeten Parteien (rot und weiß) hat mischen lassen, um die Einheit Argentiniens zu demonstrieren, die andere Erklärung ist, dass man damals einen Anstrich gewählt hat, der eine antioxidierende Wirkung hat – und der war eben rosa durch das Mittel, das dem Anstrich beigemischt wurde.

Sehr bekannt ist auch die Straße des 9. Juli, eine der breitesten Strassen der Welt (ich glaube, von der Distanz ist sie es immer noch, allerdings hat sie nicht die meisten Fahrspuren). In der Mitte steht der Obelisk, den man sehr oft auf Bildern von Buenos Aires sehen kann.

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Auch wenn man es nicht sofort als Kirche erkennt – das ist die Catedral

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Der Cementario de Recoleta ist ein bekannter Friedhof, in dem unter anderem Evita begraben ist – wunderschöne große alte Mausoleen und vor dem Friedhof findet am Wochenende immer ein schöner Markt statt mit vielen Live-Bands.

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In dem bekannten Viertel San Telmo war ich natürlich auch (etwa die Hälfte der Zeit habe ich dort übernachtet). Es ist etwas alt und verkommen, aber mit einem ganz besonderem Flair. Ein typisches Immigrantenviertel, in dem früher viele Arbeiter gelebt haben und sich jetzt viele Künstler niederlassen. Entsprechend gibt es sehr nette kleine Läden und Cafes. 

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Sonntags verwandelt sich der Stadtteil zu einem kilometerlangen Sonntagsmarkt in der Calle Defensa vom Plaza de Mayo durch ganz San Telmo durch und sieht dann so aus:

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Was ich sonst noch alles unternommen habe:

In der ersten Woche habe ich einen Spanischkurs gemacht, um mich wenigstens einigermassen verständigen zu können…

Richtig leckere Steaks und Eis gegessen.

Das Evita Museum besucht.

Geld auf der Straße gewechselt…durch die hohe Inflation des Argentinischen Pesos und der offiziellen Begrenzung für Argentinier ihr Geld in ausländische Währungen anlegen zu können, hat sich ein riesiger Markt für Geldwechsler gebildet – nur mal so zum Vergleich: am Geldautomaten bekommt man für 1 Euro etwa 10,5 Pesos, auf der Straße zwischen 17 und 18 – und schwupps ist Argentinien nicht mehr ganz so teuer ;-). Falls ihr also hierher reisen solltet, nehmt genügend Bargeld mit (Euro oder US-Dollar) und bucht Hotels, Busse, Flüge nicht online, sondern bezahlt möglichst bar.

Ich war auf der Pferderennbahn, leider bei richtig schlechtem Wetter, aber lustig wars trotzdem, vor allem der kleine 6jährige Junge, der uns zugetextet hat – da wurde mir klar, der Spanischkurs hat nicht gereicht ;-)

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Ich war in dem bekannten Buchladen auf der Avenida Santa Fe, der in einem ehemaligen Theater untergebracht ist:

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Ich war im Teatro Colon und habe mir eine Verdi Oper (Don Carlos) angeschaut:

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Einen Ausflug nach Tigre im Norden von Buenos Aires habe ich auch gemacht:

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In Puerto Madero, dem modernen Hafenviertel war ich:

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Und in La Boca/Caminito (das alte Hafenviertel) war ich natürlich auch noch, inclusive des Fußballstadions der Boca Juniors (zumindest von außen) in dem eine richtig geniale Stimmung bei den Spielen sein soll, da weder eine Laufbahn noch sonst irgendwas zwischen dem Spielfeld und den Zuschauern ist – Karten für Fußballspiele bekommen in Buenos Aires übrigens immer nur die Mitglieder der Heimmannschaft, weil es zu oft zu tödlichen Auseinandersetzungen gekommen ist. Es ist entsprechend gar nicht so einfach an Karten zu kommen, außer über teure Agenturen und Frauen wird es grundsätzlich abgeraten, alleine ins Stadion zu gehen… Die Farben der Boca Juniors sind übrigens blau-gelb, da der Club entschieden hat, die Farben des nächsten ankommenden Schiffes zu nehmen – und das war ein Schwedisches ;-).

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Im ältesten Cafe von Buenos Aires, dem Cafe Tortoni habe ich einen Cafe con Leche mit Medialunas (Hörnchen) zu mir genommen:

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Einen Tangokurs habe ich im Hostel gemacht und bei einer Milonga war ich abends auch, allerdings ohne selbst zu tanzen…ich glaube, alles was der Lonely Planet oder andere Reiseführer empfehlen, habe ich somit erledigt und von der Liste abhaken können ;-) – ich wurde sogar mit Dressing bespritzt, was ein billiger Trick von Dieben ist, um die Leute abzulenken und ihnen dann ihre Tasche zu klauen – dem Diebstahl bin ich zum Glück entkommen, da mich eine Frau gewarnt hat (oder sie war die Komplizin, hat es aber nicht geschafft mir was wegzunehmen ;-) – wer weiß das schon so genau), habe aber noch den ganzen Tag eklig nach Essig gerochen.

Übrigens…falls jemand Tango lernen möchte – hier der Grundschritt ;-)

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